Entzündungsrheuma

Eine Entzündung ist an sich eine Abwehrreaktion des Körpers auf eine Störung, die von innen oder von außen kommen kann. Der Körper versucht mit seinem Immunsystem diese Störung zu beseitigen. Normalerweise gelingt das in wenigen Tagen und die Entzündung geht zurück. Bleibt die Ursache für die Störung jedoch bestehen, dann reagiert das Immunsystem mit einer dauerhaften Entzündung der betroffenen Körperregion. Typische Entzündungszeichen sind: Schmerz, Überwärmung, Rötung, Schwellung und Beeinträchtigung der Funktion des entzündeten Körperteils. Entzündungen können plötzlich einsetzen (akut), langsam oder schleichend ablaufen (chronisch) oder wiederholt auftreten (rezidivieren).

Typische und häufige entzündliche rheumatische Erkrankungen sind

  • Gelenkentzündung (rheumatoide Arthritis)
  • Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew)
  • SLE: Systemischer Lupus Erythematodes (eine Autoimmunerkrankung)


Gelenkentzündung (rheumatoide Arthritis)

Die häufigste entzündliche Rheumaform ist die rheumatoide Arthritis , früher auch chronische Polyarthritis genannt. Diese Erkrankung beginnt mit einer Entzündung der Gelenkinnenhaut, die auf Knorpel, Bänder und Knochen übergreifen kann. In der Regel sind mehrere Gelenke betroffen, häufig die kleinen Gelenke an den Fingern und Zehen. 

„arthro" kommt aus dem lateinischen und bedeutet die Gelenke betreffend, die Wortendung „...itis" sagt immer, dass es sich um eine Entzündung handelt. „Athritis" bezeichnet eine Gelenkentzündung, „rheumatoide Athritis" eine durch Rheuma verursachte Gelenkentzündung. 

Rheumatoide Arthritis kann in jedem Alter ausbrechen, auch Kinder trifft es (juvenile Arthritis). Am häufigsten erkranken jedoch Erwachsene zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr, dabei sind Frauen etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Wie bei vielen anderen Krankheiten auch wirken bei der rheumatoiden Arthritis mehrere ungünstige Faktoren (vererbte Veranlagung, Virusinfektion, veränderte Immunabwehr im Körper etc.) zusammen, wenn die Krankheit ausbricht. Typische Symptome zu Beginn der Erkrankung sind gelegentliche Gelenkschwellungen und Schmerzen. Als Warnsignal gilt eine morgendliche Steifheit der Gelenke. 

Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew)

Die nach dem russischen Neurologen und Psychiater Wladimir Bechterew (1857 - 1927) benannte Erkrankung ist der Hauptvertreter aus der Krankheitsgruppe der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen. Andere Namen für die Krankheit sind Bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans, ankylosierende Spondylitis oder rheumatoide Spondylitis. 
Die Krankheit betrifft etwa 1 Prozent der Bevölkerung. Damit ist es die zweithäufigste rheumatische Erkrankung nach der rheumatoiden Arthritis. Männer erkranken etwa dreimal so häufig wie Frauen. 
Morbus Bechterew beginnt zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr häufig an den Darm-Kreuzbeingelenken (Iliosakralgelenken). Die Schmerzen strahlen von dort - wie ein Ischiasschmerz - über den Po hinaus - ins Kniegelenk und bessern sich bei Bewegung. Aber auch dort, wo die Brust- in die Lendenwirbelsäule übergeht, entzünden sich die Wirbelgelenke bereits in frühen Krankheitsstadien. Nicht selten sind andere Organe entzündet, am häufigsten tritt eine akute Regenbogenhaut-Entzündung am Auge (Iritis) auf. 
Die Krankheit verläuft in Schüben, die Wirbelgelenke schmerzen und versteifen allmählich, aber nur in wenigen Fällen völlig. Die gute Nachricht zum Schluss: der Morbus Bechterew kann in jedem Stadium ausheilen. 

SLE: Systemischer Lupus Erythematodes

Der systemische Lupus erythematodes ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung, die durch Entzündungen des Bindegewebes charakterisiert ist. Für diese Art von Krankheiten gibt es den Überbegriff Kollagenosen, denn Kollagen ist ein Hauptbestandteil des Bindegewebes. 
Betroffen sind überwiegend Frauen zwischen 16 und 40 Jahren. Vermutlich erleichtern weibliche Hormone das Entstehen eines SLE. Die Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen. 
Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Gelenkentzündungen gehören zu den häufigsten Symptomen. Aber auch Haut, Nieren, Lunge, Herz, Leber, zentrales Nervensystem und die Blutgefäße können entzündet sein. Entzündungen der Blutgefäße führen zu dem typischen schmetterlingsförmigen Hautausschlag um die Nase herum, der auch erythematodes genannt wird und im Namen der Krankheit enthalten ist. 
Nicht selten wecken Haarausfall, allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Fieber und Abgeschlagenheit den ersten Verdacht, dass ein SLE vorliegen könnte.

Dieser Song ist ein offizieller Beitrag zum Welt Lupus Tag, 10. Mai 2017:

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