Schmerzbehandlung 
Schmerz ist ein Warnsignal. Der Körper meldet sich „Achtung, ich bin krank oder verletzt“. Bei chronischen Krankheiten verliert der Schmerz diese Alarmfunktion. Dauerhafter Schmerz kann das Leben zur Hölle machen. Man hat das Gefühl als würde der Schmerz nicht nur vom Körper, sondern von der ganzen Person Besitz ergreifen. Aber so weit müssen Sie es nicht kommen lassen. Neben Medikamenten können Sie wirksame Entspannungs-Methoden einsetzen, um den Schmerz im Zaum zu halten.

Klassische NSAR
Nichtsteroidale Antirheumatika (Abkürzung NSAR) sind Schmerzmittel, die Entzündungen und Schmerzen lindern oder stoppen können. Sie werden vor allem im akuten Rheumaschub eingesetzt, wenn die Gelenke geschwollen sind. Die Bezeichnung nichtsteroidal bedeutet soviel wie kortisonfrei. Sie hemmen die Entzündung zwar nicht so wirksam wie Kortison-haltige Mittel, dafür sind sie meist ohne die typischen Nebenwirkungen für längere Zeit einsetzbar. 

Dies bedeutet nun leider nicht, dass die klassischen NSAR frei von unerwünschten Nebenwirkungen sind. Nicht selten treten Magen- und Darmbeschwerden auf.  Außerdem stehen sie im Verdacht bei längerer Anwendung auch das Risiko für Herz und Kreislauf geringfügig zu erhöhen. Betroffere oder gefährdete Patienten sollten unbedingt mit ihrem Arzt sprechen. In keinem Fall sollten die Medikamente eigenmächtig abgesetzt werden. Oft genügt es, wenn Sie auf ein anderes Präparat umsteigen oder zusätzlich ein magenschonendes Medikament einnehmen.

Es ist ein große Erleichterung, wenn die Schmerzen nachlassen, aber das ist nicht alles. Wenn Ihre entzündeten Gelenke nicht oder kaum noch schmerzen, können Sie täglich Ihre gymnastischen Übungen machen und bleiben länger beweglich. NSAR haben dabei einen Vorteil: Sie können auch als Salbe oder Gel angewendet werden.

COX-2-Hemmer 
Die Diskussion um die Risiken der Cox-2-Hemmer, auch Coxibe genannt, geht weiter, allerdings nicht mehr so emotional. Die Präparate Vioxx und Bextra sind inzwischen vom Markt genommenen. Aber COX-2-Hemmer, ebenso wie die klassischen NSAR, haben nach wie vor ihren Stellenwert in der antientzündlichen Therapie. 

Cox-2-Hemmer besitzen im Vergleich zu den klassischen NSAR geringere Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Allerdings werden zur Zeit beide Substanzklassen auf ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall untersucht. Die bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass es sich bei diesem Risiko nicht um einen Klasseneffekt der Coxibe handelt. Vielmehr scheinen alle nichtsteroidalen Antirheumatika, Coxibe ebenso wie die klassischen NSAR, einen individuellen Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall zu besitzen.

Die neuen Erkenntnisse führen derzeit schnell zu neuen Behandlungs-Empfehlungen. Die behandelnden Ärzte werden darüber ständig von den zuständigen Behörden für Arzneimittelsicherheit informiert.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Opioide
Opioide sind chemische Verwandte des Morphins. Die schmerzstillenden Eigenschaften des Opiums wurden bereits vor 3500 Jahren beschrieben. Heute gibt es moderne Opioide in vielen Formen. Man kann sie zum Beispiel einnehmen oder als Opioidpflaster auf die Haut kleben.

Schmerzbehandlung
 

Schmerz ist ein Warnsignal. Der Körper meldet sich „Achtung, ich bin krank oder verletzt“. Bei chronischen Krankheiten verliert der Schmerz diese Alarmfunktion. Dauerhafter Schmerz kann das Leben zur Hölle machen. Man hat das Gefühl als würde der Schmerz nicht nur vom Körper, sondern von der ganzen Person Besitz ergreifen. Aber so weit müssen Sie es nicht kommen lassen. Neben Medikamenten können Sie wirksame Entspannungs-Methoden einsetzen, um den Schmerz im Zaum zu halten.

  • Vom Schmerz zum Schmerzgedächtnis

  • Schmerzmindernde und schmerzauslösende Faktoren

  • Keine Angst vor Nebenwirkungen

  • Schmerztherapie nach Plan

  • Wenn die Erfolge ausbleiben, können neue Wege helfen


Vom Schmerz zum Schmerzgedächtnis

Fast überall im Körper befinden sich so genannte Schmerzrezeptoren, die zum Beispiel auf Druck, Dehnung oder Temperatur reagieren. So können sie Schäden des umliegenden Gewebes wahrnehmen und über spezielle Nervenfasern ins Rückenmark und weiter ins Gehirn leiten. Erst dort wird der Reiz als Schmerz erkannt und wahrgenommen. Wiederholen sich starke Schmerzreize ständig, können die Nervenfasern empfindlicher werden und eine Art Gedächtnis ausbilden. Schon ganz leichte Reize wie eine Berührung werden dann plötzlich als Schmerz empfunden. Im schlimmsten Fall beginnen die Nerven sogar ohne irgendeinen Reiz aktiv zu werden und dem Gehirn „Schmerz“ zu signalisieren. Dann hat sich der Schmerz verselbstständigt und seine Warnfunktion völlig verloren. Damit das Nervensystem kein Schmerzgedächtnis bilden kann, ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbehandlung so wichtig.

Schmerzmindernde und schmerzauslösende Faktoren
Medikamente wirken direkt gegen den Schmerz. Aber auch Sie können einiges tun. Einfache Mittel, wie heiße Packungen oder kalte Kompressen, können unter Umständen Ihren Schmerz lindern. Hier hilft ausprobieren.Auch Ablenkung und Entspannung, realistische Lebensziele und eine positive Lebenseinstellung können helfen, den Schmerz zu kontrollieren. Welche konkreten Anlässe im täglichen Leben die Schmerzen verstärken oder bessern, lässt sich mit einem Schmerztagebuch erkennen (http://www.schmerzliga.de/pages/pub/schmerztagebuch.html). Führen Sie einmal drei Tage ein solches Schmerztagebuch. Ihre Aufzeichnungen zeigen meist deutlich, welche Aktivitäten Ihre Schmerzen gelindert haben und was Ihre Schmerzen eher verstärkt hat.

Keine Angst vor Nebenwirkungen
Schmerzmittel sind sinnvolle Medikamente, die dabei helfen, dass sich der Schmerz nicht verselbstständigt und ein Schmerzgedächtnis ausbildet. Lassen Sie sich von möglichen Nebenwirkungen, die im Beipackzettel beschrieben sind, nicht abschrecken. Nebenwirkungen müssen nicht zwangsläufig eintreten. Falls Sie ein Medikament nicht vertragen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, bevor sie es nicht mehr nehmen. Häufig kann er Ihnen helfen. Wichtig: Schmerz- und Rheumamedikamente müssen über längere Zeit zuverlässig eingenommen werden, da viele rheumatische Erkrankungen chronischer Natur sind.

Schmerztherapie nach Plan
Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Menschen mit starken oder chronischen Schmerzen eine gute Schmerzbehandlung bekommen. Daher hat sie - als eine Empfehlung - ein Stufenschema der Schmerzbehandlung entwickelt, nach dem inzwischen viele Ärzte vorgehen. Das Schema besteht aus drei Stufen. Normalerweise beginnt man mit Medikamenten der Stufe 1. Wenn diese nicht ausreichend wirken, werden Schmerzmittel der Stufe 2 eingesetzt. Können auch diese die Schmerzen nicht genug lindern, kommen starke Schmerzmedikamente der Stufe 3 zum Einsatz.

  • Stufe 1: Analgetika / NSAR und Coxibe
  • Unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen ist es wichtig, die Schmerzmittel noch einmal zu unterscheiden in:

    • nicht-entzündungshemmende Schmerzmittel (Analgetika) und
    • entzündungshemmende Schmerzmittel und Coxibe.

  • Stufe 2: schwach wirksame Opioide
  • Stufe 3: stark wirksame Opioide

Wenn die Erfolge ausbleiben, können neue Wege helfen
Schmerzen lassen sich symptomatisch oder ursächlich behandeln. In der Rheumatherapie versucht man sowohl die Schmerzen als solches zu stillen als auch die verursachende rheumatische Krankheit zu bremsen. Denn diese Strategie verspricht die besten Erfolge. Beispiel: Entzündliches Gelenkrheuma. Lindern entzündungshemmende Mittel die Schmerzen nicht genug, kann man gezielt die Ursache der Schmerzen angehen, um so eine Besserung zu erzielen. Das heißt konkret, die Basistherapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs) wird entweder eingeleitet oder überprüft und eventuell verändert. Für einige häufige entzündliche Rheumaformen, zum Beispiel die rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew, existieren neuere Behandlungsmöglichkeiten mit Zytokinen wie Tumornekrosefaktor-alfa (TNF-alfa). Im Vergleich mit den bisherigen Basistherapeutika scheinen sie vorteilhaft zu sein. Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, verlangsamen sie die Gelenkzerstörung und bessern dadurch die Schmerzen. 

Klassische NSAR 
Nichtsteroidale Antirheumatika (Abkürzung NSAR) sind Schmerzmittel, die Entzündungen und Schmerzen lindern oder stoppen können. Sie werden vor allem im akuten Rheumaschub eingesetzt, wenn die Gelenke geschwollen sind. Die Bezeichnung nichtsteroidal bedeutet soviel wie kortisonfrei. Sie hemmen die Entzündung zwar nicht so wirksam wie Kortison-haltige Mittel, dafür sind sie meist ohne die typischen Nebenwirkungen für längere Zeit einsetzbar. 

Dies bedeutet nun leider nicht, dass die klassischen NSAR frei von unerwünschten Nebenwirkungen sind. Nicht selten treten Magen- und Darmbeschwerden auf.  Außerdem stehen sie im Verdacht bei längerer Anwendung auch das Risiko für Herz und Kreislauf geringfügig zu erhöhen. Betroffere oder gefährdete Patienten sollten unbedingt mit ihrem Arzt sprechen. In keinem Fall sollten die Medikamente eigenmächtig abgesetzt werden. Oft genügt es, wenn Sie auf ein anderes Präparat umsteigen oder zusätzlich ein magenschonendes Medikament einnehmen.

Es ist ein große Erleichterung, wenn die Schmerzen nachlassen, aber das ist nicht alles. Wenn Ihre entzündeten Gelenke nicht oder kaum noch schmerzen, können Sie täglich Ihre gymnastischen Übungen machen und bleiben länger beweglich. NSAR haben dabei einen Vorteil: Sie können auch als Salbe oder Gel angewendet werden.
 

  • NSAR hemmen die Cyclooxygenase
  • Magen schützen!
  • Herz und Hirn beobachten
  • Schmerzstillende Medikamente

NSAR hemmen die Cyclooxygenase
Entzündungen sind komplizierte Vorgänge im Körper, die „Schäden“, die im Gewebe entstanden sind – die Ursache ist dabei relativ egal - wieder reparieren sollen. Sie laufen im Prinzip immer nach dem gleichen Muster ab. Eine zentrale Rolle im Entzündungsgeschehen spielen die Prostaglandine, am Entzündungsort wirksame Hormone. Diese erfüllen jedoch auch andere wichtige Funktionen, zum Beispiel schützen sie die Magenschleimhaut. Prostaglandine werden mithilfe von Enzymen, den sogenannten Cyclooxygenasen, im Körper produziert. Hier schließt sich der Kreis zu den NSAR, denn diese hemmen die Cyclooxygenasen und damit die Prostaglandin-Entstehung. So kann die schmerzauslösende Reaktionskette im Körper unterbrochen werden. 

Magen schützen!
Wirksame Medikamente können auch unerwünschte Wirkungen haben. Hauptangriffspunkt der entzündungshemmenden NSAR ist die Magenschleimhaut. Denn zu den Aufgaben der Prostaglandine gehört es auch, den Magen zu schützen. Wird ihre Synthese durch NSAR gehemmt, kann die Magenschleimhaut durch die Magensäure angegriffen werden, ein Magengeschwür oder Blutungen können die Folge sein. Einige Menschen sind in dieser Hinsicht stärker gefährdet als andere (siehe Kasten). Menschen, die zu dieser Risikogruppe gehören– so steht es in den Behandlungsleitlinien - sollten vorbeugend ein magenschützendes Präparat erhalten.

Was Sie auf jeden Fall selbst tun können: NSAR niemals auf leeren Magen einnehmen und auf Alkohol und Zigaretten während der NSAR-Behandlung verzichten.

Wie anfällig ist Ihr Magen für NSAR-Probleme? 

[  ] Sie haben bereits Magenprobleme oder ein Magengeschwür
[  ] Sie nehmen begleitend Kortikoide ein
[  ] Sie sind älter als 60 Jahre
[  ] Sie leiden unter anderen schweren Erkrankungen

Wenn ein oder mehrere Punkte auf Sie zutreffen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über ihren Magen sprechen. 


Herz und Hirn beobachten
Auch Klassiker offenbaren ihre Nebenwirkungen erst, wenn man genau hinsieht. Im Zuge der Diskussion um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall durch die Dauertherapie mit Cox-2-Hemmern (siehe nächste Seite) sind auch die klassischen NSAR noch einmal auf diese Nebenwirkungen hin untersucht worden. Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass dieses Gefahrenpotential bei den "bewährten" Medikamente ebenso hoch ist und bisher schlicht übersehen wurde. Deshalb sollten Patienten unbedingt auch bei einer Therapie mit klassischen NSAR mit ihrem Arzt das persönliche Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall besprechen.

Schmerzstillende Medikamente 

Medikamente, die den Schmerz stillen, aber nicht gegen Entzündungen wirken, werden häufig dann zusätzlich eingesetzt, wenn die entzündungshemmenden Schmerzmittel allein nicht ausreichend wirken. Auch bei manchen nicht-entzündlichen Rheumaformen, wie zum Beispiel Weichteilrheuma, kommen sie zum Einsatz.

COX-2-Hemmer
Die Diskussion um die Risiken der Cox-2-Hemmer, auch Coxibe genannt, geht weiter, allerdings nicht mehr so emotional. Die Präparate Vioxx und Bextra sind inzwischen vom Markt genommenen. Aber COX-2-Hemmer, ebenso wie die klassischen NSAR, haben nach wie vor ihren Stellenwert in der antientzündlichen Therapie. 

Cox-2-Hemmer besitzen im Vergleich zu den klassischen NSAR geringere Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt. Allerdings werden zur Zeit beide Substanzklassen auf ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall untersucht. Die bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass es sich bei diesem Risiko nicht um einen Klasseneffekt der Coxibe handelt. Vielmehr scheinen alle nichtsteroidalen Antirheumatika, Coxibe ebenso wie die klassischen NSAR, einen individuellen Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall zu besitzen.

Die neuen Erkenntnisse führen derzeit schnell zu neuen Behandlungs-Empfehlungen. Die behandelnden Ärzte werden darüber ständig von den zuständigen Behörden für Arzneimittelsicherheit informiert.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. 

  • Gut für den Magen ...

  • ... aber schlecht für Herz und Hirn

  • Klassische NSAR: Erhöhen Sie auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall?

  • Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Gut für den Magen ... 

Cox-2-Hemmer, auch Coxibe genannt, hemmen wie NSAR auch das Enzym Cyclooxygenase. Dieses Enzym - das hat die Forschung gezeigt - besteht aus verschiedenen Unterformen. Die wichtigsten sind die Cyclooxygenase-1 (abgekürzt COX-1) und die Cyclooxygenase-2 (abgekürzt COX-2). COX-2 ist das Enzym, das die Entzündung im Körper weiter anfacht, während die Unterform COX-1 wichtige Körperfunktionen regelt, wie zum Beispiel den Aufbau einer Magenschleimhaut-Schutzschicht.

Forscher und Ärzte setzten auf Substanzen, die fast ausschließlich die COX-2 hemmen. Es galt die Devise "Mit COX-2-Hemmern ist das Problem der Magen- und Darm-Nebenwirkungen gelöst". Die vereinfachte Theorie lautete: Die Coxibe hemmen nur die „böse“, Entzündungen verursachende COX-2. Die „gute“, den Magen schützende COX-1 kann ihre Arbeit tun.

... aber schlecht für Herz und Hirn
Coxibe sind zweifellos sichere Schmerzmittel, wenn es darum geht, Magen-Darm-Beschwerden, vor allem –Geschwüre und –Blutungen, zu vermeiden. Allerdings, das hat eine große medizinische Studie gezeigt, erhöhte die Behandlung mit Rofecoxib (Vioxx) nach längerer Anwendung (18 Monate) das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Deshalb hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Ärzte informiert, dass Medikamente aus der Gruppe der Coxibe nicht bei Menschen mit Herzkrankheiten oder Schlaganfällen oder einem erhöhten Risiko für diese Krankheiten angewendet werden sollten. Daraus leitet sich auch die Empfehlung ab, Coxibe bei allen Menschen möglichst nur kurzzeitig und niedrig dosiert einzusetzen. Wann immer möglich, sind Therapiepausen sinnvoll.

Auf der anderen Seite gilt, dass für Menschen mit erhöhtem Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen nach wie vor Coxibe empfohlen werden. Ausnahme: Menschen nach Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Klassische NSAR ... erhöhen Sie auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall?
Ob die klassischen NSAR als unbedenkliche Alternative gelten können, ist inzwischen fraglich. Denn dieser Sicherheitsaspekt wurde für die älteren Medikamente noch nie untersucht. Das wird jetzt schnell nachgeholt. Erste Daten zeigen, dass der Verdacht zutrifft, dass auch die herkömmlichen NSAR die Herz- und Hirninfarktgefahr erhöhen. Die Überprüfungen von NSAR und Coxiben sind aber noch nicht abgeschlossen. Sicher ist jedoch, dass die Ärzte über den aktuellen Wissensstand informiert werden und aktuelle Behandlungsempfehlungen erhalten. In den USA warnt die dortige Zulassungsbehörde, die Food and Drug Administration (FDA), unterschiedslos für herkömmliche NSAR und Coxibe vor einem Risiko für Herz und Hirn. Und auch in Deutschland warnt das BfArM seit August 2005, dass „die Anwendung von herkömmlichen, seit langem verwendeten Schmerz- und Rheumamitteln aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAIDs) mit einem erhöhten Risiko für eine Blutdruckerhöhung und möglicherweise auch für das Auftreten von anderen Herzkreislauf-Komplikationen (...) verbunden ist“.

Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM
Für Patienten, die Coxibe einnehmen, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM ein Fragen-und-Antworten-Dokument zur Verfügung gestellt. Es ist zwar mit einigen Fachwörtern gespickt, schildert jedoch den momentanen Sachverhalt ausführlich: 
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM, Berlin:  www.bfram.de

Opioide
Opioide sind chemische Verwandte des Morphins. Die schmerzstillenden Eigenschaften des Opiums wurden bereits vor 3500 Jahren beschrieben. Heute gibt es moderne Opioide in vielen Formen. Man kann sie zum Beispiel einnehmen oder als Opioidpflaster auf die Haut kleben.

  • Morphin und seine Verwandten

  • Keine Angst vor Abhängigkeit

  • schwache Opioide - starke Opioide

  • nötige Begleitmaßnahmen und -medikamente

  • Autofahren und Opioide

  • Medizinische Studie: Opioide sind sehr gut verträglich

 

Morphin und seine Verwandten
Morphin und seine Verwandten wirken anders als die Nicht-Opioid-Schmerzmittel. Sie regulieren zentral im Rückenmark und im Gehirn die Aktivität von Nervenzellen, die Schmerzsignale, zum Beispiel von den Gelenken ins Gehirn weiterleiten. Sie docken an besonderen Opioidrezeptoren an. Dadurch leiten die Nervenzellen die Schmerznachrichten nicht mehr oder weniger stark weiter. Durch diesen ‚zentralen’ Wirkmechanismus helfen Opioide gegen viele verschiedene Arten von starken Schmerzen. Zu berücksichtigen ist, dass Opioide keine entzündungshemmende Wirkung besitzen.

Keine Angst vor Abhängigkeit
Moderne Opioide machen nicht süchtig. Nach der Einnahme erfolgt kein „Kick“. Denn der Wirkstoff wird nach und nach aus Tablette, Kapsel oder Pflaster im Körper freigesetzt. Medikamente, die den Wirkstoff verlangsamt und lange freigeben, nennt man retardierte Medikamente. Wichtig ist, dass die nächste Tablette nicht erst dann genommen wird, wenn die Schmerzen wieder kommen, sondern bevor die Wirkung nachlässt und der Wunsch nach erneuter Einnahme entsteht. Das Motto lautet: Opioide immer nach festem Zeitplan, das heißt streng nach der Uhr, einnehmen!

Schwache Opiode – starke Opioide
Wenn Nicht-Opioid-Schmerzmittel die Schmerzen nicht (mehr) ausreichend lindern, wird häufig ein schwaches Opioid zusätzlich verschrieben. Dieses Vorgehen ist ganz im Sinne des Stufenschemas der WHO. Schwache Opioide werden so lange gegeben, wie die damit erzielte Schmerzreduktion ausreicht. Sind die Schmerzen zu stark, soll laut WHO-Stufenschema ein starkes Opioid zum Einsatz kommen.

Begleitmaßnahmen und -medikamente
Opioide sind sehr gut verträgliche Medikamente. Aber gerade zu Beginn der Therapie kann es zu Übelkeit, Erbrechen oder Müdigkeit kommen. Diese Nebenwirkungen klingen meist nach etwa zwei Wochen ab. Sie sollten sich trotzdem an Ihren Arzt wenden, er kann Ihnen vorübergehende Medikamente gegen die Beschwerden empfehlen oder verschreiben. Da Opioide die Aktivität der Darmmuskulatur herabsetzen, kommt es während der Therapie häufig zu Verstopfung. Spätestens, wenn allgemeine Maßnahmen wie ballaststoffreiche Kost, viel Flüssigkeit und viel Bewegung nicht helfen, sollte mit Abführmitteln behandelt werden. So steht es in den aktuellen Leitinien zur Opioidtherapie. Sie sollten jedoch dieses Problem, das Ihnen überhaupt nicht peinlich sein muss, mit Ihrem Arzt besprechen. Denn nicht jedes Abführmittel eignet sich gleich gut.

Autofahren und Opioide
Das Straßenverkehrsgesetz erlaubt das Autofahren, wenn das Schmerzmittel für die Behandlung einer Krankheit notwendig ist. Man kann davon ausgehen, dass keine Probleme auftreten, wenn das Medikament regelmäßig eingenommen wird, der Opioidspiegel also immer gleich hoch ist. Für einige Medikamente ist sogar in Studien gezeigt worden, dass sie die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit auf keinen Fall verschlechtern, manchmal sogar verbessern. Die Erklärung dafür ist, dass starke Schmerzen auch die Aufmerksamkeit beeinträchtigen können, eine gute Schmerzbehandlung folglich die Konzentration bessern kann. Damit es bei eventuellen Fahrzeug-und Blutkontrollen keine Schwierigkeiten gibt, können Sie Ihren Arzt nach einem Schmerzpass fragen. Zur Sicherheit sollten Sie folgendes beachten: Sie sollten das Opioid regelmäßig einnehmen und sich selbst kritisch prüfen, ob Sie wirklich fahrtüchtig sind.

Medizinische Studie: Opioide sind sehr gut verträglich
Eine 2004 in der internationalen Fachzeitschrift British Medical Journal veröffentlichte Studie fragte nach der Häufigkeit von Medikamentennebenwirkungen. Bei allen Medikamenten, die verglichen wurden, schnitten Opioide am besten ab. Während der Therapie mit Opioiden traten die wenigsten im Krankenhaus zu behandelnden Nebenwirkungen auf. Fazit: Opioide sind wesentlich ungefährlicher, als so mancher Skeptiker es gerne hätte.