Wir geben Ihnen Tipps für eine rheumagerechte Ernährung:

Was ist zu meiden?


Wer an Gicht erkrankt meidet purin-reiche Kost, da dieser Eiweißbestandteil die Ablagerung von Harnsäure in den Gelenken begünstigt: Weniger Purin in der Nahrung – weniger Harnsäurenadeln in den Gelenken – weniger Gelenkentzündungen. Einen solch strengen Zusammenhang zwischen bewusster Ernährung und Krankheitsverlauf gibt es beim Rheuma leider nicht. Dazu sind die Ursachen für Rheuma zu vielfältig und häufig sind sie auch unbekannt.

Charakteristisch für die meisten Formen von Rheuma ist jedoch ein entzündlicher Prozess und einige der entzündungsfördernden Botenstoffe werden aus der Arachidonsäure gebildet. Die Arachidonsäure ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Sie kann mit der Nahrung aufgenommen werden oder sie wird im Körper aus der Omega-6-Fettsäure Linolsäure gebildet. Diese Umwandlung wird durch alle ungesättigten Fettsäuren vermindert, weshalb eine geringe Zufuhr von Arachidonsäure durch die Nahrung den Spiegel an Arachidonsäure im Blut nicht erhöht. Eine hohe Aufnahme von Arachidonsäure führt allerdings zu einer verstärkten Bereitstellung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Körper.

Für eine entzündungshemmende Diät sollte deshalb möglichst wenig Arachidonsäure in der Nahrung enthalten sein. Arachidonsäure findet sich in hoher Konzentration in Schweineschmalz und Innereien, in Eigelb und fetter Wurst. Milchprodukte, Nüsse, Obst und Gemüse sowie Kartoffeln enthalt dagegen so gut wie keine Arachidonsäure.

Was sollte man suchen?

Ein anderer Weg die Arachidonsäure im Körper zu verdrängen ist die gezielte Aufnahme von Eicosapentaensäure (EPA). Diese Omega-3-Fettsäure ist in hohen Konzentrationen in Seefisch, insbesondere Makrelen, Thunfisch und Heringen enthalten.

Der Körper kann EPA auch aus alpha-Linolensäure bilden, das vor allem in Pflanzenölen enthalten ist. Deshalb sind Leinöl Walnussöl, Rapsöl und Weizenkeimöl besonders zu empfehlen.

Auch Vitamin E vermindert als Antioxidans die Bildung von Arachidonsäure. Hilfreich ist auch eine gute Versorgung mit Vitamin C und dem Spurenelement Selen.

Ernährungstipps vom Bayrischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2005)

  • Arachidonsäurereiche Lebensmittel wie Innereien ganz meiden, Fleisch und Wurstwaren sowie Eier einschränken (z.B. den Fleischkonsum auf zwei kleine Mahlzeiten pro Woche begrenzen).

  • Auf tierische Koch- und Streichfette ganz verzichten; stattdessen pflanzliche Fette und Öle, die reich an alpha-Linolensäure sind (Raps-, Walnuss- Sojaöl) verwenden.

  • Zweimal pro Woche Seefisch (z.B. Tunfisch, Hering u.s.w.), um den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken, verwenden.

  • Gute Calciumlieferanten wie fettarme Milch, Milchprodukte und Käse sowie calciumhaltige Mineralwässer (>150 mg Calcium pro Liter), sollten, um einer Osteoporose vorzubeugen, bei der täglichen Speiseplanung nicht fehlen.

  • Getreide- und Vollkornprodukte, Reis und Kartoffeln können uneingeschränkt verzehrt werden.

  • Sojagerichte, die auch einen guten Fleischersatz darstellen, können den Speiseplan ergänzen.

  • Täglich Gemüse und Obst verzehren, da diese Lebensmittel wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefern.

  • Hülsenfrüchte die Eiweiß und Gemüse die Calcium liefern (z.B. Lauch, Mangold, Fenchel, Broccoli, Spinat, Grünkohl) sowie Nüsse, als Lieferanten von günstigen Fettsäuren und Spurenelementen, können uneingeschränkt verzehrt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auch in der undefinedBroschüre der Rheuma Liga.